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Felix Rexhausen: Zaunwerk: Szenen aus dem Gesträuch (2021) 7.0

Felix Rexhausen: Zaunwerk: Szenen aus dem Gesträuch (2021)

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Gefährliche Suche nach dem Glück

7.0

Wer wissen möchte, wie es sich angefühlt hat, im Nachkriegsdeutschland schwul zu sein, der sollte diesen genau beobachteten, mit großer Milieukenntnis aufwartenden, dabei durchaus auch emotional mitreißenden, ja erschütternden Roman lesen.

Birgit Jarchow7.0
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Felix Rexhausen porträtiert in seinem bislang unveröffentlichten Roman ZAUNWERK: SZENEN AUS DEM GESTRÄUCH das Leben schwuler Männer in der alten Bundesrepublik der 1960er Jahre, ihrem Leben im Verborgenen, ihren kleinen Freiräumen und großen Sehnsüchten.

Titel: Zaunwerk: Szenen aus dem Gesträuch
OT: Zaunwerk
Autor: Felix Rexhausen
Genre: Gesellschaftsroman, Schwule Belletristik
Thematik: schwul, Homophobie, alle Themen
Originalsprache: Deutsch
Fertigstellung: 1964
Erstveröffentlichung: 20. September 2021
Formate: Gebundenes Buch, eBook, Hörbuch
Gebundene Ausgabe: 222 Seiten
Hörbuchlänge: 6 Stunden 22 Minuten

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INHALT VON ZAUNWERK
Felix Rexhausen, Journalist, Satiriker, Lyriker und Romanautor (1932 – 1992), war einer der ersten offen schwulen Autoren der Nachkriegszeit. Er ist bereits mit dem Roman LAVENDELSCHWERT* und dem Erzählband BERÜHRUNGEN* in der Bibliothek rosa Winkel vertreten.

ZAUNWERK ist der seinerzeit nicht veröffentlichte Vorläufer dieser beiden Bücher, wiederentdeckt vom Literaturwissenschaftler Benedikt Wolf. Schon 1964 abgeschlossen, entfaltet das Buch ein Panorama vom Leben der Homosexuellen der alten Bundesrepublik, ihrem Leben im Versteck, ihren kleinen Freiräumen und großen Sehnsüchten.

Für Benedikt Wolf ist Zaunwerk ein "schwuler Pioniertext im emphatischen Sinne", der es mehr als verdient hat, fast sechs Jahrzehnte nach seiner Entstehung "aus dem Schrank" kommen zu dürfen.

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ZUM AUTOR
Felix Rexhausen lebte von 1932 bis 1992. Der Journalist und Satiriker, Mitbegründer von Amnesty international Sektion Deutschland, arbeitete für den Spiegel und den WDR. Der "Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen" benannte seinen Medienpreis nach ihm.

KRITIK ZU ZAUNWERK: SZENEN AUS DEM GESTRÄUCH
[Birgit Jarchow] Die meisten der 23 Episoden, die sich in diesem Buch unverbunden aneinanderreihen, sind in einem dokumentarischen, reportageähnlichem Stil verfasst. Man hat sofort Bilder vor Augen und kann sich jede Situation genau vorstellen. Dieses einerseits fast protokollarische Erzählen wird durch Rexhausens soziologische und psychologische Einbindung ergänzt und sehr bereichert. Es geht um mal geglückte, mal vergebliche Anbahnungungen von Sex. Das ist der Anfang der Suche - und meist auch schon ihr Ende.

Die Schwulenszene der 1960er Jahre wird kenntnisreich aus ihrer Mitte heraus erzählt. Alles war geheim, Homosexuelle komplett isoliert. Sie sind gezwungen, das strikteste vorstellbare Doppelleben zu führen. Sie konnten sich in der Regel weder in der Familie noch im Freundeskreis offen zu ihrer sexuellen Orientierung bekennen. Es entsteht ein sehr bedrückendes Bild von "einem Land, aus dem keine Nachrichten herausdringen und in das kein Fremder eindringen kann". Selbst einvernehmlicher Sex stand in dieser Zeit noch unter Strafe, die soziale Stigmatisierung sexueller Abweichung war gnadenlos. In der Ära Adenauer, die erst 1963 zu Ende gegangen war, wurden mehr juristische Verfahren gegen Homosexuelle angestrengt als im Dritten Reich.

Das Handlungszentrum von Rexhausens ZAUNWERK ist das Monokel, wo sich die Männer treffen, wo sie lieben, leiden, lästern. Hier sind sie unter sich, hier sind sie zu Haus. Man kennt sich, erzählt seine Geschichte und kennt die von anderen Gästen. Liebeskummer und Liebessehnsucht werden hier besprochen, Sexpartner klargemacht, und meist verlässt man die Bar nicht allein. Daneben gibt es noch den Wall, auf dem im Sommer und im Winter, bei Regen und Schnee, junge und alte Schwule cruisen, und natürlich die öffentlichen Parks, Toiletten und ungenutzen Räume. Der anonyme, schnelle Sex feiert hier Triumphe.

Und es geht um den Kampf gegen den von einigen selbst noch so empfundenen "Fehler der Natur", gegen die Tragödie ihrer "falschen" sexuellen Orientierung, das es nicht nur für sie selbst, sondern auch für Familie und Freunde ist. Niemandem kann man sich anvertrauen außer anderen Schwulen. Und dennoch leben sie ihr Leben oft auch mit einem gewissen Stolz, mit der nie versiegenden Hoffnung, dass das Glück noch kommt.

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