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Fatima Daas: Die jüngste Tochter (2021) 9.0

Fatima Daas: Die jüngste Tochter (2021)

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Aufbruch in die Freiheit

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Fatima Daas‘ Debüt ist ein Meisterwerk, das man nicht wieder aus der Hand legt bis zum Ende. Es ist so dicht, so klar in der Sprache, so emotional und glaubwürdig, dass man schnell in eine Welt gerät, die einem eigentlich fremd ist, die sich aber beim Lesen auf wunderbare Weise erschließt.

Birgit Jarchow9.0
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In DIE JÜNGSTE TOCHTER verarbeitet die Autorin Fatima Daas den Konflikt mit ihrer Familie und ihrem muslimischen Glauben, als sie sie sich in eine Frau verliebt.

Titel: Die jüngste Tochter
Originaltitel: La Petite Dernière
Autorin: Fatima Daas
Genre: Lesbischer Roman, Soziologischer Roman, Erotik-Roman, Queerer Roman, LGBT-Roman
Thematik: lesbisch, bi, alle Tags
Originalsprache: Französisch
Erstveröffentlichung: 20. August 2020 (Frankreich)
Deutsche Übersetzung: 3. Mai 2021 (Claassen-Verlag)
Formate: Hardcover, eBook
Hardcover: 192 Seiten

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ZUR AUTORIN
Fatima Daas ist 1995 in Frankreich als jüngstes Kind algerischer Eltern geboren. In ihrem Debütroman LA PETITE DERNIÈRE setzt sie sich mit ihrer algerischen Herkunft und ihrem französischen Leben, ihrem muslimischen Glauben und ihrer Homosexualität auseinander. Der Roman stand wochenlang auf der französischen Bestsellerliste, wird von der Presse gefeiert und in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Sina de Malafosse, geboren 1984, lebt als Übersetzerin und Lektorin in Toulouse. Sie übersetzt u. a. Pauline Delabroy-Allard und Adeline Dieudonné.

Die jüngste Tochter von Fatima Daas (2021) -- Psychologischer Roman als Taschenbuch und eBook

INHALT VON DIE JÜNGSTE TOCHTER
Ich heiße Fatima. Ich trage den Namen einer heiligen Figur des Islam. Ich trage einen Namen, den ich ehren muss.

Fatima ist das Kind, auf das keiner mehr gewartet hat, die Nachzüglerin, die einzige Tochter, die in Frankreich und nicht in Algerien zur Welt gekommen ist. Sie wächst mit ihren Schwestern in der berüchtigten Banlieue Clichy auf. Liebe und Sexualität sind in ihrer Familie ein Tabu.

In der Schule ist Fatima unangepasst, laut und voller Wissensdurst. Sie hängt am liebsten mit den Jungs herum und fühlt sich falsch in ihrer Haut. Bis sie Nina trifft und ihre eigenen Gefühle für sie erkennt. Doch eine Frau zu lieben, bringt sie nicht nur in Konflikt mit ihrer Familie, ihrem Glauben, sondern auch mit sich selbst.

QUEERmdbFAQs
Das Haus der Kulturen der Welt und die Stiftung Elementarteilchen zeichneten DIE JÜNGSTE TOCHTER mit dem Internatinalen Literaturpreis 2021 für übersetzte Gegenwartsliteratur aus. In der Jurybegründung heißt es: "Fatima Daas‘ Worte sind so präzise und kraftvoll gesetzt, weil sie weiß, dass sie ihrer Worte bedarf, um eine Welt zu entwerfen, in der sie leben will."

KRITIK ZU DIE JÜNGSTE TOCHTER
[Birgit Jarchow] Fatima Daas‘ Debüt ist ein Meisterwerk, das man nicht wieder aus der Hand legt bis zum Ende. Es ist so dicht, so klar in der Sprache, so emotional und glaubwürdig, dass man schnell in eine Welt gerät, die einem eigentlich fremd ist, die sich aber beim Lesen auf wunderbare Weise erschließt. Kurze, immer fast gleich beginnende Kapitel mit aussagestarken Texten fesseln.

Fatima wird in Frankreich geboren. Die Eltern stammen aus Algerien, die Familie ist muslimisch. Der Koran, der Islam spielen eine wichtige Rolle in dem Buch. Sie beschreibt Gefühle beim Beten, die täglichen Waschungen, wichtige Rituale, die sie halten, das klar definierte Rollenbild in der Familie, ihre Suche nach ihrem Platz. Als ungewolltes Kind ist sie aufmüpfig und laut und umgibt sich mit Jungs. Mädchen gegenüber spürt sie eine Distanz, ihr Anderssein wird bereits sehr deutlich. Beim Studium in Paris wird ihre Welt größer und bunter. Sie versucht ehrlich zu bleiben, selbst beim Imam erbittet sie Toleranz und Verständnis, wird aber nicht erhört. Sie zweifelt, bleibt ihrem Glauben treu, bricht aus und sucht im Leben nach Liebe. Nina ist die Frau, für die sie plötzlich brennt und die ihr alles bedeutet. Sehr poetisch schreibt sie „... ich denke leise, wie schön sie ist. Und es bereitet mir Bauchschmerzen, ihr das nicht sagen zu können, wo ich ausnahmsweise bereit bin, bereit zu reden, zu kommunizieren, all diese Dinge zu tun, die ich sonst nicht konnte...“ Fatima entdeckt ihre Sexualität und kann und will sich ihr nicht mehr entziehen.

Homosexualität ist in Algerien strafbar und gesellschaftlich tabuisiert.

Die jüngste Tochter ist ein Buch ohne Happy End, das sich mit verblüffender Leichtigkeit und ohne Angst einem außerordentlich komplexen und schwierigen Thema stellt. Tradition und Moderne treffen aufeinander, Konflikte werden deutlich, Fragen bleiben offen. Fatima zeigt sich auch am Ende noch zerrissen, aber entschieden und selbstbewusst. Dass sie als lesbische, muslimische Französin mit Migrationshintergrund in kein Schema passt und sich dennoch furchtlos ihren Weg sucht, lässt den Leser optimistisch und gespannt aufs nächste Buch zurück.

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