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DRAMAqueen USERaward 2020: Die 40 besten schwul-lesbisch-trans*genialen Filme des Jahres

DRAMAqueen USERaward 2020: Die 40 besten schwul-lesbisch-trans*genialen Filme des Jahres

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Was für ein Jahr! Niemals zuvor hat ein kleiner, nicht einmal lebendiger Partikel die Filmwelt so auf den Kopf gestellt wie Corona. Monatelange Kino-Lockdowns, eingestellte Dreharbeiten, Existenzbedrohung der Künstler auf der einen Seite, Streaming-Rekorde und Digitalisierung auf der anderen. Was für Auswirkungen hat das auf das Queer Cinema und die Qualität der Filme? Wie jedes Jahr schauen wir zurück auf eure Favoriten und zeichnen die beliebteste LGBT-Produktion mit eurem DRAMAqueen USERaward 2020 aus.

Johannes Jarchow | 12.12.2020

Wie immer beginnen wir mit der schnöden Statistik. Coronabedingt sehen wir einen dramatischen Einbruch bei den bundesweiten Kinostarts. Während 2019 noch über 700 Produktionen im Kino veröffentlicht wurden, ging die Zahl 2020 um fast die Hälfte auf 414 zurück. Erfreulicherweise blieb der Anteil von Filmen mit schwuler, lesbischer, bisexueller oder trans* Thematik stabil, die LGBT-Quote stieg sogar leicht um 0,8 Prozentpunkte auf 7,5 %. Allerdings gab es einen siginifikanten Rückgang von Transgenderfilmen um 9,9 %. Innerhalb des Queer Cinema kamen Filme mit schwulen Haupt- und Nebenfiguren auf 54,8 % Marktanteil (+3,8 %), lesbische Filme kamen auf 41,9 % (-7,0 %). Unseren ausführlichen Artikel zu den Queer Cinema Kinocharts 2020 findet ihr hier.

Im Direct-To-DVD-Bereich gibt es logischerweise keinen Corona-Effekt - weder in der Anzahl der veröffentlichten Filme noch in der Queerfilmquote. Diese lag 2020 bei 7,3 % und damit knapp über dem Vorjahr (+0,4 %). Zum Vergleich: Die höchste von uns jemals gemessene LGBT-Quote stammt aus dem Jahr 2014, wo 8,2 % aller veröffentlichten Filme queer waren. Innerhalb des LGBT-Segments dominierte wieder die schwule Thematik (55,9 %), gefolgt von der lesbischen (47,1 %) und trans* Themen (8,9 %). Damit ergaben sich deutliche Verschiebungen im Vergleich zum Vorjahr. Gayfilme verloren 9,7 % Marktanteil, Transgenderfilme 6,9 %, Lesbenfilme legten dagegen um 22 % zu.

Ingesamt flimmerten 2020 in Deutschland 881 neue Filme über die Kino- und Heimkinoleinwände (bzw. TV-Bildschirme). Erkennbar queere Figuren zeigten 7,3 %. Das sind 1,0 % mehr als 2019. Die kommerziell erfolgreichsten LGBT-Filme waren ENKEL FÜR ANFÄNGER (0,5 Mio. Zuschauer) mit Heiner Lauterbach als schwulem Großvater, BIRDS OF PREY: THE EMANCIPATION OF HARLEY QUINN*(ebenfalls 0,5 Mio. Zuschauer), THE NEW MUTANTS (167.636 Zuschauer) und JUDY* (152.095 Zuschauer).

Das alles wirkte sich natürlich auch auf die Vergabe des DRAMAqueen User-Awards für den besten Queerfilm des Jahres aus. Die 40 am besten bewerteten Filme sind lesbischer und transsexueller als die Top-40 im letzten Jahr. Doch der Reihe nach...

 

Platz 40: Bathroom Stalls & Parking Lots (5.6/10)

Warum ihr BATHROOM STALLS & PARKING LOTS besser bewertet habt als ENFANT TERRIBLE, wird wohl ein Geheimnis der ewigen Künste nicht gerade einladender Filmtitel bleiben. Fakt ist, gäbe es die 2020 eigens erschaffene Preiskategorie DRAMAqueen für den schlechtesten Queerfilm des Jahres nicht, würde Oscar Roehlers Fassbinder-Biopic in unserem Jahresrückblick nicht einmal erwähnt werden. Ein noch schlimmeres Schicksal ereilte das brasilianische Queerdrama GRETA, welches zu gut für eure Flop-5, aber zu schlecht für die Top-40 befunden wurde. Platz 46, Bewertung 5.6. Zurück zum Thema.

Bathroom Stalls & Parking Lots | Gayfilm 2019 -- Stream, ganzer Film, deutsch, schwul

Platz 39: L Bomb (5.6)

Während IMDb-User*innen L BOMB mit lausigen 5 von maximalen 10 Punkten abstrafen, geben QUEERmdb-User*innen eine ganze Schippe obendrauf und hiefen die "Holiday-Liebeskomödie" (O-Ton Pro-Fun Media) vor den lesbischen Filmen ANIARA, RILEY PARRA und KASE-SAN AND MORNING GLORIES in die Top 40 der beliebtesten LGBT-Filme 2020.

L Bomb | Lesbenfilm 2018 -- Stream, ganzer Film, Queer Cinema, lesbisch

Platz 38: 7 Minuten (5.7)

Eines bleibt festzuhalten: Pro-Fun Media hat neben 7 MINUTEN 2020 jede Menge Mittelmaß veröffentlicht, bei dem es, der Name des Queerfilmverleihs sagt es ja schon, vornehmlich um Optik und Unterhaltung geht. Nachdem bereits die Top-3 der am schlechtesten bewerteten Queerfilme des Jahres fest in PFM-Hand waren, wird auch in den Top-40 das Feld von hinten aufgerollt. Anlass genug im Finale des DRAMAqueen-Jahresrückblicks ein Blick auf die Durchschnittsbewertung aller Verleiher zu werfen.

7 Minuten | Film 2020 -- Stream, ganzer Film, Queer Cinema, schwul

Platz 37: Making Montgomery Clift (5.8)

MAKING MONTGOMERY CLIFT ist eine von drei Dokumentationen, die es in die DRAMAqueen-Top-40 geschafft hat. Es geht um den schwulen Schauspieler Clift, seinen Aufstieg und vor allem dem raschen Fall in den 1960ern. Trotz seiner erotischen Ausstrahlung und seinem Talent scheiterte seine Hollywood-Karriere - vielleicht auch weil er im Gegensatz zu seinem schwulen Kollegen Rock Hudson offensichtlich kein Interesse an den typischen heterosexuellen Liebhaber-Rollen hatte. missingFILMs brachte die US-Doku von Clifts jüngstem Neffen Robert Clift in die Kinos, 375 Media veröffentlichte ihn Ende November auf DVD.

Making Montgomery Clift (2018)

Platz 36: Stage Mother (5.9)

Wir müssen über Kinostar reden. Der Indie-Filmverleih hatte seinen kommerziellen Durchbruch mit türkischsprachigen, später auch mit russischen Produktionen. Den größten Erfolg feierten die Stuttgarter mit der türkischen Comedy-Reihe RECEP İVEDIK*, welche wegen minimaler, schwuler Sideplots ihren Weg in die Queere Medien Datenbank fand. Trotz des Schwerpunkts auf die beiden homophoben Länder setzt Kinostar seit einiger Zeit vermehrt auf eigens synchronisierte Queerfilme wie MY DAYS OF MERCY (2017) - mit der damals noch lesbischen Ellen Page, die sich heute Elliot nennt und als trans* geoutet hat. Und so ist es eben auch Kinostar zu verdanken, dass STAGE MOTHER in Deutschland auf deutsch veröffentlicht wurde. Glückwunsch zu Platz 36!

Stage Mother (2020)

▶ Plätze 35 bis 31
 
 

 
© Pro-Fun Media/ missingFILMs/ Kinostar
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